Unsere Weihnachtsgeschichte

Im Rahmen einer gemeinsamen Aktion aller Klassen haben wir unsere Weihnachtsgeschichte geschrieben, die auf dem Adventsbasar am 17.12. vorgelesen wurde...

Ein Weihnachtswunder?!

 

Es war wieder soweit – diese Zeit im Jahr, in der alle Menschen scheinbar wie ausgewechselt durch die Stadt liefen. Überall herrschte geschäftiges Treiben. Die Leute trugen volle Einkaufsbeutel nach Hause, die sie während ihrer ausgiebigen Einkaufstouren mit allerlei großen und kleinen Geschenken gefüllt hatten. Dieser Trubel wurde durch die vielen strahlenden Lichter in eine besondere Atmosphäre getaucht. Schneekristalle tupften die Landschaft mit weichen Flocken wie süßer Puderzucker. Und Kinderaugen glänzten vor Vorfreude auf das, was bald kommen würde.

Auch Victoria, ein sechzehnjähriges Mädchen, hoffte sehr, endlich durch diese Stimmung eingefangen zu werden. Sie lief mit ihrem kleinen Bruder Freddie die Hauptstraße entlang, um in das neue, vor zwei Wochen eröffnete Einkaufszentrum am Rand der Stadt zu gelangen. Sie brauchten noch ein paar Geschenke, so dass die Geschwister ohne zu zögern in das Gebäude hinein gingen. Dort kauften Viktoria und Freddie nach und nach die Geschenke und bemerkten, sie benötigen so langsam einen Einkaufskorb. Als nur noch ein Paar Schuhe für ihre Mutter fehlte, entdeckten sie wirklich komische Schuhe, welche sie in ein unglaubliches Adventsabenteuer führen sollten ...

Sie gingen in das Geschäft, in dem sie die Schuhe entdeckt hatten. Victoria war überrascht, wie groß der Laden doch von innen war, obwohl er von außen gar nicht danach aussah. Freddie war beeindruckt von der gemütlichen Weihnachtsstimmung dieses unscheinbaren Schuhhandels. Ihn faszinierte vor allem ein großes schneeweißes Rentier, das mitten im Laden stand und ihn mit seinen großen schwarzen Augen neugierig musterte. Victoria erkundigte sich nach den Schuhen, die sie im Schaufenster gesehen hatten. Die Verkäuferin lächelte und sagte: „Du hast ein gutes Auge, Kleines, diese Schuhe sind ein wahres Wunder.“ Mit diesem Argument kauften sie die Schuhe und gingen nach Hause. Zuhause angekommen wollte Victoria die wundersamen Schuhe einmal anprobieren. Dabei stieß sie auf einen seltsamen Knopf.

Dieser seltsame Knopf war im Schuh befestigt. Als Victoria beim Anziehen diesen Knopf mit ihren Zehenspitzen berührte, entfachte sich ein unglaublicher Sandsturm um sie herum, der sie in eine zauberhafte Welt entführte. Als sie sich umsah, entpuppte sich diese Welt jedoch als endlose Wüste; bis zum Horizont weit und breit nur dieser Wüstensand.
Victoria bemerkte, dass sie immer noch diese seltsamen Schuhe anhatte. Als sie die Schuhe auszog um den Sand herauszuschütteln, war sie plötzlich wieder bei ihrem Bruder zu Hause. Sofort erzählte sie ihrem Bruder diese seltsame Geschichte. Freddie stürmte zu den Schuhen und zog sie an. Auch er landete in einer zauberhaften Welt, aber nicht in der, in der seine Schwester zuvor gewesen war. Die Leute hier waren alle mit Tüchern verschleiert. Er schaute sich kurz um und bekam es mit der Angst zutun. Da kitzelte er mit dem großen Zeh den Knopf und - Schwupp - er war wieder im Hier und Jetzt. „Wahnsinn“, rief er Vicky zu. „Das muss eine Zeitmaschine sein. Lass es uns gleich noch einmal probieren, diesmal zusammen.“      Jeder der beiden schlüpfte in einen Schuh und hielt die Hand des anderen gaaaaanz fest. Die Zehen berührten den Knopf und wieder erhob sich ein Sandsturm. Als er sich legte, standen beide auf einer sandigen Düne mit großen Felsbrocken. Unten konnten sie ein ausgetrocknetes Flussbett erkennen. Es war heiß und staubig und sie versuchten wieder nach Hause zu kommen, aber ihre Füße blieben in den Schuhen stecken und der geheimnisvolle Knopf lies sich nicht drücken...

Sie beschlossen solange durch die Wüste zu wandern, bis sie auf andere Menschen trafen. Nach gefühlten 2 Stunden entdeckte Freddie am Horizont ein paar Häuser:„Guck mal Victoria, am Horizont sind ein paar Häuser!“. Victoria antwortete:„Komm schnell, vielleicht gibt es dort etwas zu trinken!“.
Nach einiger Zeit erreichten sie die ersten Häuser. Die Einwohner begrüßten sie freundlich und zeigten ihnen die Stadt, denn es war eine gigantische, epische, edle und kulturelle Stadt. Überall liefen Menschen und Tiere herum.

„Wo sind wir?“, fragte Freddie mit großen Augen. Ein Mann rempelte ihn von der Seite an und drehte sich verblüfft zu ihm um. Sie stachen wirklich aus der Menge heraus. Ihre Kleidung war zu dieser Zeit wohl nicht üblich. Ein Pulk aus Menschen versammelte sich bereits um die beiden Geschwister. Doch Victoria fiel etwas anderes auf: Weiter hinten standen die Leute alle beisammen und unterhielten sich über die Geburt ihres „Auserwählten“. Victoria nahm ihren Bruder an die Hand und bahnte sich einen Weg durch die Leute. Neugierig drängelten sie sich in die Menschenansammlung. „Psst!“, ermahnte Victoria ihren Bruder und machte ihn auf die Worte eines Mannes aufmerksam. „Sie müssen Jesus meinen, wir sind in Israel, kurz vor seiner Geburt!“, rief Victoria plötzlich und zerrte Freddie aufgeregt am Arm...

„Wow! Es stimmt also. Diesen Jesus gab es wirklich.“ sagte Freddie. Sie gingen näher an das Geschehen heran, um die Gespräche der Leute besser zu hören. Sie hörten viel von einem Kind Gottes und einem König der Juden, aber sie fanden nicht heraus, wo das Kind zur Welt kommen sollte.
Sie gingen auf einen älteren Mann zu und fragten: „Kennst du den Ort, an dem das Kind Gottes geboren wird?“ „In den Schriften steht, es wird ein Stern hell am Himmel aufleuchten. Mein Name ist übrigens Balthasar.“...

Plötzlich ergriff sie ein Sandsturm und binnen weniger Sekunden standen sie wieder im Wohnzimmer ihres Hauses. Freddie drückte vorsichtshalber noch einmal den Knopf mit seinem großen Zeh... und da fanden sie sich in eisiger Kälte wieder. Die Geschwister wussten zum zweiten Mal an diesem Tag nicht wohin, also liefen sie einfach los. Auf wundersame Weise wurde ihnen nicht kalt und nach kurzer Zeit, sahen sie weit entfernt Lichter aufleuchten. Die weihnachtlichen Melodien wurden durch die Luft zu ihnen gewirbelt. Vicky und Freddie beschlossen sich auf den Weg zu machen. Als sie ankamen, waren Tonnen glitzernder Sterne und funkelnder Diamanten zwischen Abermillionen Schneeflocken. Die Kinder wussten nicht wo sie waren, aber das Alles und das Hier und Jetzt verzauberte sie so sehr, dass sie rundum glücklich waren. Plötzlich schrie Freddie auf! Ein weiches Fell schmiegte sich an seinen Arm und ein kleines rotes Licht erleuchtete die Zauberwelt. „Was war das?“ „Na Rudolf mit der roten Nase!“. Eine kleine Kinderstimme rief: „Klar! Wer denn sonst??“ und grinste die Kinder frech an. „Steigt auf, ich fliege euch zu Santas Werkstatt und ihr dürft heiße Zimtschokolade in seinem Haus trinken! Die Wichtel warten schon auf euch, denn das hier ist DER NORDPOL und hier werden Weihnachtsträume wahr!“ „Jetzt kommt wirklich Weihnachtsstimmung auf“, lächelte Victoria glücklich und ihre Augen glitzerten vor Vorfreude.

Freddie streichelte Rudolph, während Victoria sich umsah. Da sah sie das kleine Kind durch den dicken Schnee auf sie zu stapfen.
„Wer bist du?“, rief Victoria. Es antwortete: „Ich heiße Xhevdet Xhevat Ivan Bobrow. Ich komme aus dem albanisch-russischen Teil des Nordpols.“ Victoria sah ihn etwas irritiert an. „Und du bringst uns zum Weihnachtsmann?“, fragte sie.
Xhevdet sagte: „I sigurt, das bedeutet „Ja, klar“ in meiner Sprache. Los steigt auf!“
Freddie und Victoria schwangen sich auf Rudolphs Rücken und schon setzte sich dieser in Bewegung.
Sie flogen über die weiße Landschaft und Xhevdet flog hinter ihnen her.
Für mehrere Stunden sahen sie nichts weiter als den Schnee und manchmal ein paar Eisbären und Schneefüchse, die ein Schneekaninchen jagten.
Am Abend kamen sie endlich an der Villa des Weihnachtsmanns an.
Es war ein großes, mit Holz verkleidetes Haus, das komplett mit Lichterketten und Mistelzweigen geschmückt war.
Aus allen Fenstern schien Licht und kleine Schatten geisterten hin und her.
Plötzlich öffnete sich die große hölzerne Tür und Xhevdet Xhevat trat hinein.
Als Vici und Freddie auf der Türschwelle standen, fiel die Tür mit einem lauten Knall hinter ihnen zu.

Es begrüßte sie eine tiefe, herzliche Stimme: „Hallo! Na, seit ihr hier wegen der Geschenke?“ Victoria und Freddie schauten sich entgeistert an. Mit dem Rücken zu ihnen stand ein großer, kräftiger Mann. „Ähmmmm... Nein, also wir wollten eigentlich nur ein Paar Schuhe für unsere Mami kaufen und dann waren wir auf einmal hier...“, flüsterte Freddie eingeschüchtert. Der Mann drehte sich um und der Boden unter seinen Füßen knarrte. Es war der WEIHNACHTSMANN! Victoria quiekte: „Dich gibt`s wirklich?“ „Natürlich gibt`s mich... Was dachtet ihr denn? Also Themenwechsel, was für Schuhe? Ich hab meine Wunderschuhe nämlich letztens verschlampt...“ Freddie guckte verstohlen zu seinen Füßen. „Meinst du die hier?“ Er zeigte auf den Schuh an seinem Fuß. Das Gesicht des Weihnachtsmannes strahlte. Seine Augen weiteten sich. „Ohhh, meine Schuhe! Ich habe sie so vermisst!“

Freddie und Victoria staunten nicht schlecht. Sie hatten die Schuhe des Weihnachtsmanns gekauft.
„Meine Lieben. Würdet ihr... Also würde es euch etwas ausmachen...“ Victoria verstand. „Na klar kannst du deine Schuhe zurück bekommen.“ „Aber nein, Vicky! Damit kommen wir doch überall hin.“, hatte Freddie einzuwenden.
„Nun gut. Es ist aber so: Wenn ich meine Schuhe nicht habe, kann ich auch nicht die ganzen Geschenke verteilen. Selbst wenn das Christkind, mein fleißigster Helfer, mir zu Seite steht. „Achso, mit den Schuhen reist du also in einer Nacht um die ganze Welt.“ „Genau, so ist es!“, strahlte der Weihnachtsmann die Kinder an. „Wenn wir dir die Schuhe nicht zurück geben, gibt es dann dieses Jahr also keine Geschenke?“
Ob Vicky und Freddie die Schuhe dem Weihnachtsmann zurückgegeben haben, das wollen wir jetzt noch nicht verraten.

Ihr werdet es ja spätestens in einer Woche erfahren...

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